4 – Sideways (Frische Komödie, USA, 2004)

4 – Sideways (Frische Komödie, USA, 2004) Regie: Alexander Payne Drehbuch: Alexander Payne und Jim Taylor nach dem gleichnamigen Roman von Rex Pickett Mit Paul Giamatti, Thomas Haden Church, Virginia Madsen Miles ist Englischlehrer, etwas depressiv und ein Weinliebhaber, dessen Ehe scheiterte und dessen Roman »The Day After Yesterday« wohl nie fertig wird, den man deshalb wohl Alkoholiker nennen darf. Jack – arbeitsloser Schauspieler, der Kaugummi zum Wein kaut und stets so jovial wie horny ist – will demnächst seine Freundin heiraten und ins Immobiliengeschäft des Schwiegervaters einsteigen. Vorher begeben sich beide auf eine siebentägige Reise durch die Weinanbaugebiete des kalifornischen Santa Ynez Valley. Miles will trinken und vergessen, trifft aber leider auf die aufrüttelnde Maya. Jack will trinken und Spaß haben, trifft aber leider auf die ihn ernst nehmende Stephanie. Warmherzige, dabei leichte und überraschende menschliche Komödie, die die Grenze zum Kitsch manchmal sanft touchiert. Dazu passt: Ökonomierat Rebholz, 2012 Spätburgunder Blanc de Noir trocken

3 – Tierra (Surreales Drama, Spanien, 1996)

3 – Tierra (Surreales Drama, Spanien, 1996) Regie und Drehbuch: Julio Medem Mit Carmelo Gómez, Emma Suárez, Karra Elejalde Offiziell ist Àngel Schädlingsbekämpfer, der in der spanischen Provinz befallene Weinreben befreien soll. Àngel selbst hält sich für einen Engel, in der Psychiatrie stufte man ihn jedoch als schizophren ein. Zu letzterem passt, dass er sich zeitgleich in zwei Frauen verliebt: in die scheue und verheiratete Weinbäuerin Ángela und die liebestolle und junge Mari. Wie der Hauptfigur ist auch dem Film mit purer Vernunft nicht beizukommen, mal geht es ganz weit zu den Gestirnen im Weltall, mal ganz nah zu Rollasseln, Weinblättern, trockener roter Erde. Selbst die Frage, ob die Asseln nun für einen besseren und minderen Geschmack sorgen, bleibt in diesem Film, der so poetisch wie fremd auf die Welt blickt, ungeklärt. Dazu passt: Karl Fritsch, 2010 Zweigelt Red Soil

2 – Blood Into Wine (Konzentrierte Dokumentation, USA, 2010)

2 – Blood Into Wine (Konzentrierte Dokumentation, USA, 2010) Regie und Drehbuch: Ryan Page & Christopher Pomerenke Mit Maynard James Keenan und Eric Glomski Maynard James Keenan – »Sie können mich Sir nennen« – ging im Alter von 18 Jahren zur US Army. Zwei Jahre später studierte er Design. Fünf Jahre später wurde er reich, als Sänger diverser Rock-Bands, deren Stil thinking man’s metal genannt wurde, vielleicht, weil er auch Protestlieder der 60er und 70er Jahre wie John Lennons »Imagine« schredder …, äh, coverte. Was macht so jemand, wenn er langsam auf die Dreißig zugeht? Er wird Winzer – natürlich in einer der trockensten, unwirtlichsten Gegenden der Welt, einer Geisterstadt in der Wüste von Arizona. »Blood Into Wine« ist die Dokumentation einer Leidenschaft und viel, viel harter Arbeit, an deren Ende ein »magickal« und nach der eigenen Mutter benannter Wein steht, der selbst barsche Kritiker begeistert: Caduceus Nagual des Judith. Ein großer kleiner Film mit viel Liebe, Humor und Zärtlichkeit sowie – yes, Sir! – natürlich einem wein-untypischen Soundtrack. Dazu passt: Gernot & Heike Heinrich, 2011 Blaufränkisch Leithaberg

1 – Bottle Shock (Spritzige Komödie, USA, 2008)

1 – Bottle Shock (Spritzige Komödie, USA, 2008) Regie: Randall Miller Drehbuch: Randall Miller, Jody Savin, Ross Schwartz Mit Alan Rickman, Chris Pine, Bill Pullman, Rachael Taylor 1776 gründeten sich die Vereinigten Staaten von Amerika. Exakt 200 Jahre später feierten die USA einen Triumpf, den zumindest die heimischen Winzer höher einstuften dürfen: In einer Blindverkostung gewannen Weine aus dem Napa Valley gegen das Beste, was Frankreich zu bieten hatte – und die Jury bestand ausschließlich aus Franzosen. Diese Vorlage, charmant fiktionalisiert, verwandelt »Bottle Shock« rassig und trocken – mit dem göttlichen Alan Rickman als britischen Weinliebhaber, dessen Laden in Paris nicht läuft, bis er auf die Idee zum interkontinentalen Wettbewerb kommt. Zwar kann sich der Film nie so ganz entscheiden, was er sein möchte, eine kleine fiese Komödie, ein önologischer Thriller oder ein Underdog-Melodram – aber er hat Alan Rickman und damit genug Säure. Dazu passt: Claus Preisinger, 2011 Edelgraben Weissburgunder

Frank Kämmer, Kleines Lexikon der Wein-Irrtümer

Frank Kämmer, Kleines Lexikon der Wein-Irrtümer

Frank Kämmer, Kleines Lexikon der Wein-Irrtümer In Vino Veritas? Der Schwefel macht die Kopfschmerzen, die Öchslegrade geben an, wie süß ein Wein schmeckt, über Eisweintrauben muss einmal der Frost gegangen sein, Rotwein macht man aus roten Trauben: Die Welt des Weins ist eines der ergiebigsten Felder für Diskussionen unter Kennern und Liebhabern – und ein dankbares Feld für populäre Irrtümer, Halbwahrheiten und Vorurteile. Frank Kämmerer, erster deutscher „Master Sommelier“, hat sich die häufigsten und kuriosesten Wein-Irrtümer vorgenommen und erklärt anschaulich und mit viel Witz, wo vielleicht ein wenig Wahrheit im Weine liegt. Nicht um Recht zu behalten, sondern weil sich mit der Tiefe der Erkenntnis auch die Tiefe des Genusses steigert. Frei nach dem alten Weingott Goethe: Man schmeckt nur, was man weiß. Eichborn, Hardcover, 192 Seiten ISBN: 978-3-8218-6033-6

Christiane Leesker / Vanessa Jansen, Meine Weinlese in Frankreich

Christiane Leesker / Vanessa Jansen, Meine Weinlese in Frankreich Christiane Leesker und Vanessa Jansen waren zur Weinlese im Beaujolais und im südlichen Burgund. In ihrem Buch haben sie die einfachen Rezepte einer fast vergessenen Küche zusammengetragen: frische Salate, deftige Schmorgerichte und süße Kleinigkeiten. Spätsommerliche Fotos, persönliche Geschichten und die spürbare Gastfreundschaft der französischen Winzer machen dieses Buch zu einem einzigartigen Kleinod für Weinliebhaber und Fans der französischen Lebensart. Ausgezeichnet mit dem Gourmand World Cookbook Award. „Meine Weinlese in Frankreich“ hat den dritten Platz in der Kategorie Weintourismus gewonnen. Hölker Verlag, ISBN: 978-3-88117-869-3

Ulrich Steger / Kai Wagner, Die Avantgarde der deutschen Winzer

Ulrich Steger / Kai Wagner, Die Avantgarde der deutschen Winzer Slow Wine und seine Erzeuger im Porträt „Ein Buch für alle, die sich näher mit Slow Wine befassen und einen Einblick in die Arbeit der Winzer gewinnen wollen, ein Buch, das nicht um Zustimmung feilscht, sondern zum Nachdenken anregt.“ Wein+Markt. Was macht qualitativ hochwertigen Wein aus? Ist es nur der Geschmack? Welche Rolle spielen Anbau und Verarbeitung? Und wie wichtig ist der individuelle Stil des Winzers? Das Buch präsentiert 46 deutsche Winzerpersönlichkeiten und ihre Philosophie vom „langsamen“ Wein. Bei allen Unterschieden im Detail, zeichnen sich gemeinsame Kriterien ab: naturverbundener Anbau, handwerkliche Produktion und ein Höchstmaß an regionaler und kultureller Identität. Ein Führer durch die Welt von „Slow Wine“, eine bunte Reise zu Deutschlands herausragenden Weinbauern. 256 Seiten, oekom verlag München, 2013 ISBN-13: 978-3-86581-427-2