Helmut Christ / Franken

Weinbau gibt es in der Familie seit vielen Generationen. Das 1985 samt Rebflächen erworbene Weingut, die heutige Hofstelle, wurde 1716 erbaut. Es ist das stattlichste Weingut im Ort seit Jahrhunderten. Wir sahen es in den letzten Jahrzehnten auch als unsere Aufgabe dieses denkmalgeschützte Gebäude stil- und fachgerecht zu renovieren und mit neuem Leben zu füllen. „Es reicht uns nicht, lediglich herkömmliche EU-Standards für die Bezeichnung BIO zu erfüllen. Unser Anliegen und unsere Aufgabe ist es aus Ehrfurcht vor der Natur und allem Lebendigen zu wirtschaften. Wir sind uns bewusst, dass wir nur ein kleiner Teil eines großen Ganzen sind und jeder für sein Denken und Handeln Verantwortung trägt, da wo er wirkt.“ GUT ZU WISSEN: Größe des Weinguts in ha: 13,5 ha – Jahresproduktion in Flaschen: 75.000 Ertragsbegrenzung: auf durchschnittlich 65 hl/ha Boden: Sandiger Lehm, Muschelkalk, lehmiger Sand Rebsorten: Silvaner (40%), Müller-Thurgau (20%), Spätburgunder (8%), Dormfelder (7%), Domina (6%), Kerner (4%), Bacchus und Riesling (je 3%) Alter der Rebstöcke: 10 – 35 Jahre Weinlese: Ausschließlich von Hand, um im Bedarfsfall in mehreren Durchgängen ernten zu können und, was extrem wichtig ist, Bodenverdichtungen zu vermeiden, welche durch schwere Erntemaschinen verursacht werden. Weinbereitung: Bei Eignung Spontangärung ( notfalls Reinzuchthefe), weiterimpfen mit Spontangärhefen um schneller in Gärung zu kommen. Hefelager bis ins neue Jahr, Rotwein ein halbes bis ein Jahr ins Barriquefass, Rotwein im Holzfassausbau, Weißwein überwiegend in Edelstahl. Düngung/Versorgung der Böden und Pflanzen: Seit 40 Jahren versuchen wir autark zu wirtschaften, d.h. Nährstoffe und Stickstoff über Begrünungspflanzen/Leguminosen bereitzustellen und damit zusätzlich das Bodenleben zu ernähren. Düngung heißt bei uns Versorgung der Bodenlebewesen mit Grünmasse. Daneben setzen wir unseren Tresterkompost, welcher mit den bio-dynamischen Kompostpräparaten beimpft wird, ein. Der Einsatz von Hornmist und Fladenpräparat ist selbstverständlich. Pflanzenschutz: Gesundheit geht vom Boden aus ist unsere Maxime. Die beschriebene Nährstoffversorgung ist die Basis für gesunde Reben, welche wir mit Hornkieselspritzungen weiter fördern. Daneben müssen wir bei ungünstigen Witterungsverhältnissen gegen Mehltaupilze auf geringe Dosis von Schwefel und Kupferpräparate zurückgreifen. Tierische Schädlinge, von denen es eine ganze Reihe gibt, regulieren sich bei unserer Art des Weinbaus von selbst und stellen kein Problem dar. Unkrautbekämpfung: Um die Wasserkonkurrenz nicht zu groß werden zu lassen, mähen, mulchen wir und brechen bei sehr trockenen Verhältnissen jede zweite Gasse um, meist auch den Unterstockbereich. So stehen den Reben neben mehr Waser auch zusätzlich Nährstoffe zur Verfügung, welche zur Ausprägung ausdrucksstarker, saftiger Weine notwendig sind. Bewertungen „Die Weinqualität ist seit Jahren auf einem konstant guten Niveau ohne Durchhänger. Die Weine sind rebsortentypisch, klar und ausdrucksstark. Vor allem die Kabinette sind eine Stärke des Hauses.“ Gault Millau 2014 Auszeichnungen 2 von 5 möglichen Trauben – Gault Millau 2017

Ökonomierat Rebholz / Pfalz

Weinbau betreibt die Familie Rebholz in Siebeldingen nachweisbar seit 1632. Dabei waren verschiedene Familienmitglieder auch einmal Bierbrauer oder Schultheise, aber immer gab es wenigstens einen Winzer in der Familie. Seit über 100 Jahren bewohnen die Rebhölzer das im 16. Jahrhundert gebaute Gutsgebäude. Mit der Abfüllung von Flaschenweinen begann die Familie nach dem Ende des zweiten Weltkriegs. Wie in jener Zeit üblich, hatte man vorher die Gastronomie durch den Versand von eigenen Fässern beliefert. Die Idee vom Typ Rebholz reifte im Kopf des gelernten Forstwirts Eduard Rebholz (1889-1966) heran, der nach dem Krieg den elterlichen Weinbau übernahm. „So eng wie möglich mit der Natur zusammenzuarbeiten – dies entspricht unserem Konzept des Natur-Weines schon im Weinberg. Deshalb liegt bei unseren traditionellen Prinzipien nahe, ökologischen Weinbau zu betreiben. Für die betriebliche Organisation bedeutet ökologische Bewirtschaftung einen Mehraufwand, den wir jedoch gerne in Kauf nehmen, um die Artenvielfalt der Pflanzen- und Tierwelt im Ökosystem Weinberg zu fördern und zu vermehren. Wir glauben, dass diese Arbeit Auswirkungen auf die Qualität hat.“ GUT ZU WISSEN: Größe des Weinguts in ha: ca. 22 ha – Jahresproduktion in Flaschen: 120.000 Ertragsbegrenzung: auf durchschnittlich 55 hl/ha Boden: Löß-Lehm, Muschelkalk , Rotliegendes, Buntsandstein Rebsorten: Riesling (40%), Spätburgunder (20%), Weißburgunder (15%), Chardonnay (8%), Grauburgunder (5%), übrige Sorten (12%) Alter der Rebstöcke: 7-45 Jahre Weinlese: Handlese, zum spätest möglichen Zeitpunkt Weinbereitung: Ausbau in Stahltank und Holzfass Düngung/Versorgung der Böden und Pflanzen: Biodynamische Präparate, Heilkräuter-Auszüge Pflanzenschutz: Biodynamische Präparate, Heilkräuter-Auszüge Unkrautbekämpfung: Begrünungseinsaat, Mechanisch Bewertungen siehe hier: http://www.oekonomierat-rebholz.com/weingut/pressestimmen.html „Terroir erfordert Nachhaltigkeit und dies ist die Grundlage für die Wiedererkennbarkeit seiner Weine und seiner Sekte, davon ist Rebholz fest überzeugt. Markant, purisitisch, kompromisslos, präzise, mit faszinierend viel Frucht oder enorm nachhaltig und mit Länge sind so die gängigen Attribute.“ Ulrich Steger/Kai Wagner, Die Avantgarde der deutschen Winzer „Rebholz-Weine wirken immer ungemein präzise. Und wie Naturschönheiten. Null Make-up und trotzdem schlagen sie jede Miss World aus dem Feld.“ Carsten Henn ‚ 111 Deutsche Weine, die man getrunken haben muss Auszeichnungen 5 von 5 möglichen Trauben – Gault Millau 2017 4,5 von 5 möglichen Sternen – Eichelmann 2017

Christmann/ Pfalz

Wir schreiben das 19. Jahrhundert. Die Cousins Johann Martin und Prof. Dr. Louis Häusser trafen sich regelmäßig im Deidesheimer Weingut Buhl, um über die Ideen des demokratischen Vormärzes zu diskutieren. Doch nicht nur darüber: Von dem Ort des Geschehens und wohl auch den edlen Gewächsen inspiriert, erwarben die beiden Pfälzer bald selbst einen Weinberg. Damit legten sie den Grundstein für das heutige Weingut A. Christmann. Henriette Häusser, die Enkelin des Gründers, heiratete schließlich Eduard Christmann. Der Sohn der beiden, Arnold Christmann, gab dem Weingut seinen Namen. Bis zum heutigen Tag ist das Weingut in den Händen der Familie Christmann in der 7. Generation. „Charismatische Weine, die eine große Leidenschaft spüren lassen. Edle Gewächse, die Top Bewertungen erzielen. Kostbare Tropfen, die nicht nur dem Genießer schmecken, sondern auch der Natur. Das ist das Markenzeichen des Weinguts A. Christmann. Seit Generationen lebt unsere Familie für ihre Passion – authentische, reine und zugleich herausragende Weine. Die Begeisterung, sich nicht mit dem Erreichten zufrieden zu geben, immer ein wenig besser zu werden, spürt und schmeckt man mit jedem Glas.“ GUT ZU WISSEN: Größe des Weinguts in ha: 21 ha – Jahresproduktion in Flaschen: 130.000 Ertragsbegrenzung: auf durchschnittlich 53 hl/ha Boden: Lehm, toniger Sand, Buntsandstein, Mergelkalk Rebsorten: Riesling (70%), Spätburgunder (14%), Weißburgunder (8%), Grauburgunder (6%) Alter der Rebstöcke: 2-45 Jahre (im Durchschnitt 22 Jahre) Weinlese: Handlese, selektiv in mehreren Durchgängen Weinbereitung: Spontanvergärung mit den Wein eigenen Hefen, nur in Ausnahmefällen mit Reinzuchthefen. Ausbau zu 70 Prozent im Edelstahl, der Rest im Holzfass. Die Weine bekommen genügend Zeit auf der Hefe (3-4 Monate), 2 Abstiche zur Selbstklärung. Düngung/Versorgung der Böden und Pflanzen: Kompost, mit Kuhmist versetzt Pflanzenschutz: Biodynamische Präparate, Heilkräuter-Auszüge ja Unkrautbekämpfung: Scheibenpflug, Begrünungseinsaat ja Bewertungen: „Seit Jahren gehört das Weingut Christmann zur Pfälzer Spitze, selbst die einfachen Weine sind hier zuverlässig gut. So hatten wir es in der ersten Ausgabe formuliert, so kann man es heute noch stehen lassen. Auch wenn man präzisieren muß: Sowohl die einfachen Weine, als auch die Spitzenweine – die Großen Gewächse – sind noch besser geworden. Die Umstellung auf biodynamischen Weinbau, sicherlich auch die Spontangärung, haben die Weine verändert, zu ihrem Vorteil verändert, wie wir meinen, sie sind komplexer geworden.“ Eichelmann 2014 „Insgesamt ist er (Steffen Christmann) überzeugt, dass durch die Ökologisierung im Anbau seine Weine besser geworden sind: konturierter, klarer unterscheidbar im Herkunftscharakter, sie riechen und schmecken intensiver und zeigen eine präzisere Mineralität.“ Steger/Wagner, Die Avantgarde der deutschen Winzer Auszeichnungen 4 von 5 möglichen Trauben – Gault Millau 2017 4,5 von 5 möglichen Sternen – Eichelmann 2017

Wittmann/ Rheinhessen

Seit 1663 sind die Wittmanns und ihre Vorfahren Weinbauern im alten Marktflecken Westhofen, im südlichen Rheinhessen. Eine lange Weinbautradition sagt eigentlich nichts über die Qualität der Weine eines Weingutes aus. Vielleicht zeigt sie aber die Verbundenheit mit dem Fleckchen Erde an, das man bearbeitet. „Biologischer Weinbau bedeutet den kompromisslosen Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel, auf Herbizide und Mineraldünger. Das hält den Boden lebendig und sorgt für eine tiefe Verwurzelung der Reben. Die daraus resultierende gute Versorgung mit Nährstoffen und Mineralien fördert die Ausprägung des Terroirs im Wein. Für uns bedeutet die natürliche Bewirtschaftung des Bodens viel Mehrarbeit in den Weinbergen. Im Gegenzug gedeihen auf gesunden Böden aber auch gesunde Reben, die letztlich unsere Weinqualität garantieren.“ GUT ZU WISSEN: Größe des Weinguts in ha: 25 ha – Jahresproduktion in Flaschen: 150.000 Ertragsbegrenzung: auf durchschnittlich 50 hl/ha Terroir: Tonmergel, Löss, Lehm, Kalksteinverwitterung Rebsorten: Riesling (65%), Burgunder (20%), Silvaner (10%) Alter der Rebstöcke: 3 – 70 Jahre Weinlese: Handlese, selektiv in mehreren Durchgängen Weinbereitung: Spontanvergärung mit den Wein eigenen Hefen, nur in Ausnahmefällen mit Reinzuchthefen. Die Weine bekommen genügend Zeit auf der Hefe und werden nur einmal vor der Abfüllung filtriert. Klassischer Ausbau im Holzfass. Bewertungen: „Seit dem Jahrgang 1999 präsentieren die Wittmanns Kollektionen, die zu den feinsten im ganzen Land gehören. Die Weine bestechen durch Tiefe, Substanz und Spiel – und haben eine ganz eigene Finesse, die sich oft erst während der Flaschenreife in all ihren Facetten zeigt. Der verdiente Lohn: Winzer des Jahres 2014! “ Gault Millau 2014 „Seit einem Vierteljahrhundert wird ökologisch produziert, seit 1990 ist man bei Naturland, seit 2004 wird biodynamisch gearbeitet – nicht aus ideologischen Gründen, sondern weil es zweifach hilft: der Stabilität der Trauben (gerade bei extremen Wetterlagen) und der Balance im Wachstum.“ Steger/Wagner, Die Avantgarde der deutschen Winzer Auszeichnungen 4 von 5 möglichen Trauben – Gault Millau 2017 5 von 5 möglichen Sternen – Eichelmann 2017

Gysler / Rheinhessen

Das um 1750 erbaute Weingut wurde 1999 vom früh verstorbenen Vater an Alexander Gysler vererbt. Seitdem leitet er es nun mit Unterstützung seiner Mutter Renate sowie seiner Frau Heike. „Unser Ziel ist es, ehrliche Weine mit Herkunft und Zukunft zu erzeugen. Zukunft im Sinne eines lagerfähigen Weines und Zukunft mit Hinblick auf die Folgegeneration, die auch noch in der Lage sein soll, von unseren einzigartigen, rotliegenden Böden Weine mit Struktur und Filigranität zu erzeugen. Die Böden sind für uns mehr als nur ein Substrat, in dem unsere Reben wachsen. Die Böden sind es, die unseren Weinen Mineralität verleihen und die uns ernähren. Sie wollen wir bewahren und fördern.“ GUT ZU WISSEN: Größe des Weinguts in ha: 12 ha  – Jahresproduktion in Flaschen: 80 000 Ertragsbegrenzung: auf durchschnittlich 55 hl/ha Terroir: Sandsteinverwitterung aus dem Rotliegenden Rebsorten: Riesling (30%), Grauburgunder (20%), Scheurebe, Huxelrebe, Weißburgunder, Merlot und Spätburgunder Alter der Rebstöcke: bis zu 45 Jahre alt Weinlese: erfolgt fast vollständig von Hand Weinbereitung: Spontanvergärung (selten Reinzuchthefen nur, wenn die Gärung nicht in Gang kommt). Keine Temperatursteuerung beim Gärprozess. Keinerlei Schönungsmittel Düngung/Versorgung der Böden und Pflanzen: Kompost aus Trester, Grünschnitt und Pferdemist, Begrünungseinsaat Pflanzenschutz: Biodynamische Präparate, Heilkräuter-Auszüge – mit dem Ziel den Kupfer- und Schwefeleinsatz auf ein Minimum zu reduzieren Unkrautbekämpfung: wird geduldet und von Hand abgemäht, also mit der Sense Bewertungen: Stuart Pigott / Frankfurter Allgemeine Zeitung
 zum Riesling „S“ trocken: „Mit feinem Rosenduft und der gekonnten Verbindung großartiger Reife mit verspielter Leichtigkeit, ist er eine gelungene Visitenkarte für den neuen biodynamischen Wein des Landes.“ „Noch außergewöhnlicher ist jedoch sein trockener Wein aus der Huxel, ein rustikaler Bursche, ein Raubein, würzig und herb. Es ist ein Weintyp, wie man ihn sonst nicht findet.“ Carsten Henn ‚ 111 Deutsche Weine, die man getrunken haben muss Auszeichnungen 2 von 5 möglichen Trauben – Gault Millau 2017 3 von 5 Sternen –  Eichelmann 2014

Clemens Busch/ Mosel

Das Weingut liegt in der Gemeinde Pünderich, dem ersten Ort der Terrassenmosel. Der Hauptsitz befindet sich in einem im Jahre 1663 erbauten Fachwerkhaus direkt am Moselufer, während der in den 1970er-Jahren gebaute Keller weiter oben am Berg liegt. Clemens und Rita arbeiten hier schon seit 1986 nach den Kriterien des ökologischen Weinbaus. Inzwischen gehört auch der jüngere Sohn Johannes zum Team. Und Florian, der arbeitet derzeit auf einem Weingut in Frankreich und wird aller Voraussicht langfristig dort bleiben, uns aber weiterhin bei der Biodynamie unterstützen. „Ökologischer Weinbau ist für uns nicht nur aktiver Naturschutz, es ist vielmehr Voraussetzung für die Erzeugung hochwertigster Qualitäten. Nur auf einem gesunden und vitalen Boden finden die Wurzeln der Reben die besten Bedingungen um natürlich zu wachsen und entsprechende Mineralstoffe in Pflanze und Trauben einzulagern.“ GUT ZU WISSEN: Größe des Weinguts in ha: 16 ha – Jahresproduktion in Flaschen: 100.000 Ertragsbegrenzung: auf durchschnittlich 50 hl/ha Terroir: Grauschiefer, Blauschiefer, Rotschiefer, sandiger Lehm Rebsorten: Riesling (99%), Spätburgunder (1%) Alter der Rebstöcke: 20 bis 70 Jahre Weinlese: erfolgt vollständig von Hand in mehreren Durchgängen Weinbereitung: Spontanvergärung, lange Gärzeit und Hefelager bis zu 10 Monate. Zum größten Teil Ausbau in alten 1.000 Liter-Holzfässern (Mosel-Fuder), wenig im Stahltank Düngung/Versorgung der Böden und Pflanzen: Gründünger, Kalk und Gesteinsmehl, Humus Pflanzenschutz: Biodynamische Präparate, Kräuterauszüge – mit dem Ziel den Einsatz von Schwefel und Kupfer zu minimieren Unkrautbekämpfung: Maschinell mit Grubber und Kultivator, in Steilstlagen mit der Hand Bewertungen : „Was für den Riesling gilt, gilt auch für seinen bevorzugten Boden: Schiefer ist Schiefer ist Unsinn. Es gibt ihn in allerlei Farben (Grau, Blau, Grün, Rot, Silber, Gülden) und Verwitterungszuständen – und das auf engstem Raum. Weil die Trauben, je nach Standort der Rebe, jeweils anders schmecken, will Clemens Busch das in seinen Weinen nicht verheimlichen, im Gegenteil: Seine denkwürdigen Rieslinge bis ins kleinste Detail hinein geschmacklich zu individualisieren ist sein erklärtes Ziel.“ Weinwisser, 10/2010 Auszeichnungen 4 von 5 möglichen Trauben – Gault Millau 2017 5 von 5 möglichen Sternen – Eichelmann 2017

Hahnmühle/ Nahe

Die Hahnmühle wurde im Mittelalter als Getreidemühle an der Alsenz errichtet. Im Jahr 1898 wurde das Anwesen von der Familie Linxweiler ersteigert. Schon früh begannen die Linxweilers, ihren landwirtschaftlichen Betrieb auf den Weinbau zu konzentrieren. Seit 1920 hatten sie sich einen Namen als Flaschenwein-Vermarkter gemacht. Damit waren sie Vorreiter in der Region. Die Hahnmühle liegt im Tal der Alsenz, nicht weit von Bad Kreuznach entfernt. Die Weinbergslagen sind steil – mit einer Hangneigung von bis zu 60 Prozent. Sie liegen in den südost- und südwestlichen Taleinschnitten der Alsenz. „Gesunde Böden und Reben sind die Grundlage: In unseren grünen Weinbergen sind viele Nützlinge zu Hause. Sie sorgen für ein ökologisches Gleichgewicht. Zur Boden- und Pflanzenpflege setzen wir umweltschonende Präparate ein. Handarbeit und Sorgfalt werden bei uns groß geschrieben. Im Weinberg selektionieren wir stark, um Trauben bester Qualität zu erzeugen.“ Größe des Weinguts in ha: 15 ha – Jahresproduktion in Flaschen: 90.000 Ertragsbegrenzung: auf durchschnittlich 42 hl/ha Boden: Sandstein, Schieferverwitterung Rebsorten: Riesling (50%), Weißburgunder (12%), Silvaner (12%), Spätburgunder (9%), Traminer (6%), Chardonnay (6%) Alter der Rebstöcke: Junganlagen – 43 Jahre Weinlese: Handlese, selektiv in mehreren Durchgängen Weinbereitung: Spontanvergärung mit den Wein eigenen Hefen, nur in Ausnahmefällen mit Reinzuchthefen. Die Weine bekommen genügend Zeit auf der Hefe (3-4 Monate?), Ausbau im Holzfass (Riesling) und Edelstahltank (die anderen Rebsorten). Abstiche zur Selbstklärung?. Düngung/Versorgung der Böden und Pflanzen: Gründüngung, Kompost, Winterbegrünung Pflanzenschutz: Gesteinsmehle, Backpulver, Netzschwefel Unkrautbekämpfung: Walzen, mulchen, im Unterstockbereich mit Scheibenpflug und Handhacke Bewertungen: „Seit der ersten Ausgabe empfehlen wir die Weine der Hahnmühle, schon damals zählten wir das Weingut zu den Spitzenbetrieben an der Nahe, lobten die konsequente Qualitätsorientierung und das hohe Niveau der Basisweine. Jahr für Jahr wurde dieser Eindruck bestätigt mit immer frischen und mineralischen Weinen, die niemals sättigend oder dick sind, sondern immer animierend.“ Eichelmann 2014 „Martina und Peter Linxweiler aus dem kleinen Alsenztal zählen zu den Vorreitern der Ökowein-Bewegung, die ihr Metier von Anfang an beherrschten – und das war im Jahr 1986. Ihr Hauptaugenmerk gilt dem Riesling, doch gerade im Bereich von Silvaner und Traminer keltert niemand bessere Weine an der Nahe als sie.“ Henn, 111 deutsche Weine die man getrunken haben muss Keine Fruchtbomben gibt es hier, dafür aber schlanke, geschliffene Weine mit sehr ausgeprägtem mineralischem Charakter. Stuart Pigotts kleiner genialer Weinführer Auszeichnungen 3 von 5 möglichen Trauben – Gault Millau 2016 3,5 von 5 möglichen Sternen – Eichelmann 2016

Peter Jakob Kühn/ Rheingau

Peter Jakob und Angela Kühn führen ihr Weingut in der 11. Generation. Qualität und Nachhaltigkeit waren schon für ihre Vorfahren untrennbar miteinander verbunden. Diese Philosophie führen sie konsequent weiter. „Nichts entscheidet so sehr über die spätere Qualität wie die Arbeitsschritte im Weinberg. Davon sind wir überzeugt! Dabei ist unsere wichtigste Aufgabe, die Reben so zu stärken, dass sie gesund und stressfrei wachsen können. Die Grundlage unseres Tuns bildet die biodynamische Landwirtschaft: Eine vielfältige Bodenbegrünung schafft gesunden Lebensraum, vollwertiger Kompost nährt und strukturiert den Boden, Heilkräuterauszüge stärken die Reben. Wichtige Arbeiten organisieren wir nach den natürlichen Biorhythmen.“ GUT ZU WISSEN: Größe des Weinguts in ha: 20 ha – Jahresproduktion in Flaschen: 120.000 Ertragsbegrenzung: auf durchschnittlich 51 hl/ha Terroir: Lehm-Quarzit-Kies und Schiefer Rebsorten: Riesling (90%), Spätburgunder (10%) Alter der Rebstöcke: durchschnittlich 30 Jahre Weinlese: Handlese, jüngere Weinberge nach Vorselektion von Hand auch teilweise mit dem Vollernter Weinbereitung: Spontanvergärung mit den Wein eigenen Hefen. Die Weine bekommen genügend Zeit, ihren natürlichen Charakter zu entfalten. Klassischer Ausbau im Rheingauer Halbstück-Fass, kleinen Holzfässern, Edelstahltanks und Amphoren Düngung/Versorgung der Böden und Pflanzen: Kompost aus Kuhmist, Trester, Laubholzhäcksel, Walderde, Wiesenschnitt Pflanzenschutz: Biodynamische Präparate, Heilkräuter-Auszüge – mit dem Ziel den Kupfer- und Schwefeleinsatz auf ein Minimum zu reduzieren Unkrautbekämpfung: Begrünungseinsaat, zur Reife im Sommer nicht gemulcht, sondern gewalzt Bewertungen: „Schon seine klirrend-klaren Basis-Rieslinge zeigen vitale Kraft, seine fruchtigen und edelsüßen Rieslinge sind elegant und finessenreich“ Gault Millau 2013 „Die Weine ruhen in sich, nichts scheint hier vom Winzer erzwungen worden zu sein. Sie strahlen trotz ihrer mineralischen Struktur Gelassenheit aus. Und ihr Duft spiegelt mehr die erdigen Aromen des Bodens als die Fruchtaromen der Rebsorte.“ Carsten Henn ‚ 111 Deutsche Weine, die man getrunken haben muss Auszeichnungen 5 von 5 möglichen Trauben – Gault Millau 2017 5 von 5 möglichen Sternen – Eichelmann 2017