Peter Jakob Kühn/ Rheingau

Peter Jakob und Angela Kühn führen ihr Weingut in der 11. Generation. Qualität und Nachhaltigkeit waren schon für ihre Vorfahren untrennbar miteinander verbunden. Diese Philosophie führen sie konsequent weiter. „Nichts entscheidet so sehr über die spätere Qualität wie die Arbeitsschritte im Weinberg. Davon sind wir überzeugt! Dabei ist unsere wichtigste Aufgabe, die Reben so zu stärken, dass sie gesund und stressfrei wachsen können. Die Grundlage unseres Tuns bildet die biodynamische Landwirtschaft: Eine vielfältige Bodenbegrünung schafft gesunden Lebensraum, vollwertiger Kompost nährt und strukturiert den Boden, Heilkräuterauszüge stärken die Reben. Wichtige Arbeiten organisieren wir nach den natürlichen Biorhythmen.“ GUT ZU WISSEN: Größe des Weinguts in ha: 20 ha – Jahresproduktion in Flaschen: 120.000 Ertragsbegrenzung: auf durchschnittlich 51 hl/ha Terroir: Lehm-Quarzit-Kies und Schiefer Rebsorten: Riesling (90%), Spätburgunder (10%) Alter der Rebstöcke: durchschnittlich 30 Jahre Weinlese: Handlese Weinbereitung: Spontanvergärung mit den Wein eigenen Hefen. Die Weine bekommen genügend Zeit, ihren natürlichen Charakter zu entfalten. Klassischer Ausbau im Rheingauer Halbstück-Fass, kleinen Holzfässern, Edelstahltanks und Amphoren Düngung/Versorgung der Böden und Pflanzen: Kompost aus Kuhmist, Trester, Laubholzhäcksel, Walderde, Wiesenschnitt Pflanzenschutz: Biodynamische Präparate, Heilkräuter-Auszüge – mit dem Ziel den Kupfer- und Schwefeleinsatz auf ein Minimum zu reduzieren Unkrautbekämpfung: Begrünungseinsaat, zur Reife im Sommer nicht gemulcht, sondern gewalzt Bewertungen: „Schon seine klirrend-klaren Basis-Rieslinge zeigen vitale Kraft, seine fruchtigen und edelsüßen Rieslinge sind elegant und finessenreich“ Gault Millau 2013 „Die Weine ruhen in sich, nichts scheint hier vom Winzer erzwungen worden zu sein. Sie strahlen trotz ihrer mineralischen Struktur Gelassenheit aus. Und ihr Duft spiegelt mehr die erdigen Aromen des Bodens als die Fruchtaromen der Rebsorte.“ Carsten Henn ‚ 111 Deutsche Weine, die man getrunken haben muss Auszeichnungen 5 von 5 möglichen Trauben – Gault Millau 2017 5 von 5 möglichen Sternen – Eichelmann 2017   Weingut Peter Jakob Kühn Mühlstraße 70 D-65375 Oestrich-Winkel

12,5 – Hangover (Spritzige Komödie, USA, 2009)

12,5 – Hangover (Spritzige Komödie, USA, 2009) Regie: Todd Philipps Drehbuch: Jon Lucas, Scott Moore Mit Bradley Cooper, Ed Helmes, Zach Galifianakis, Justin Lee Bartha, Heather Graham Man könnte an dieser Stelle natürlich einen jener deutschen Filme, eine jener TV-Serien nehmen, die übervollständig all jene Klischees bedienen, die sich so um die Reben ranken. Etwa die Tatort-Folge »Bittere Trauben« oder die Reihe um den »Winzerkönig«. Definitiv lustiger aber ist diese Geschichte eines Junggesellenabschieds, der Jägermeister trinkend in Las Vegas beginnt und am nächsten Morgen in einem verwüsteten Hotelzimmer endet – mit einem fehlenden Schneidezahn, einem ebenfalls fehlenden Bräutigam und einem unbekannten Baby im Kleiderschrank. Die Rekonstruktion des Abends fördert dann weitere Absurditäten hervor, etwa den Einsatz von K.O.-Tropfen, eine Spontan-Ehe mit einer Stripperin oder einen wütend um sich schlagenden Mike Tyson. Vielleicht hätten die drei Jungs tatsächlich zu der Weinverkostung fahren sollen, die sie der Braut in spe vorgeschwindelt hatten. Dazu passt: Clemens Busch, 2012 Marienburg Riesling Kabinett

12 – Somm (Muskulöse Dokumentation, USA, 2012)

12 – Somm (Muskulöse Dokumentation, USA, 2012) Regie und Drehbuch: John Wise Mit Bo Barrett, Shayn Bjornholm, Dave Cauble Es ist die wohl härteste Prüfung, von der man noch nie gehört hat: Der Dokumentarfilm »Somm« folgt vier jungen Männern, die Anwärtern auf das Diplom als britischer Master Sommelier sind. Ian, Dustin, Brian und D’Lynn unterscheiden sich dabei vermutlich kaum von Gleichaltrigen, die Medizin oder Jura studieren – sie sind besessen und snobistisch, wissensdurstig und egomanisch, leidenschaftlich und überfordert von Tatsachen wie der, dass es allein in Italien 3000 verschiedene Trauben geben sollen. Oder der, dass 97 Prozent durch das Examen rasseln. So ähnelt »Somm« manchmal einer Casting-Show, bei der es aber nicht Gesang geht, sondern um Wein – und wie man ihn wem serviert. Dazu passt: Christmann, 2011 Spätburgunder trocken

11 – Corked (Gerbstoffreiche Fake-Dokumentation, USA, 2009)

11 – Corked (Gerbstoffreiche Fake-Dokumentation, USA, 2009) Regie: Ross Clenenden und Paul Hawley Drehbuch: Ros Clenenden, Paul Hawley sowie Brian A. Hoffman, Miguel Medina, Devin Westberg Mit Jeffrey Weissman, Martina Finch, Ross Clendenen, Todd Norris, Sara Woo Wie »Bottle Shock« setzt auch »Corked« auf Humor und das Lächerlichmachen sich vornehm dünkender Wein-Kenner, diesmal jedoch in Form einer fiktiven und parodierenden Dokumentation. Im Hauptstrang begleitet ein Film-Team einen Wein-Kritiker, welcher diverse kalifornische Weingüter besucht, die sich gegenseitig mit aller Kraft auszustechen versuchen. Daneben stehen Interviews mit vermeintlichen Branchenkennern, etwa zwei Weinhändlern, von denen einer bekennender Anonymer Alkoholiker ist, während der andere nur Budweiser kennt. Manchmal etwas brachial in seinen Scherzen, aber kenntnisreich, liebevoll und mit Anleihen bei »The Big Lebowski« inszeniert Dazu passt: Fred Loimer, 2011 Anning Pinot Noir Gumpoldskirchen

10 – Diese Erde ist mein (Halbtrockenes Melodram, USA, 1959)

10 – Diese Erde ist mein (Halbtrockenes Melodram, USA, 1959) Regie: Henry King Drehbuch: Casey Robinson nach dem Roman »The Cup and the Sword« von Alice Hobart Mit Rock Hudson, Jean Simmons, Dorothy McGuire, Claude Rains Im Amerika der frühen 30er Jahren, also zur Zeit der Prohibition, ist es nicht leicht, mit einem Weingut zu überleben. Patriarch Philippe Rambeau lehnt den Vorschlag seines unehelichen Enkels John aber ab, die Mafia an der Ostküste zu beliefern. Stattdessen lässt er seine Enkelin Elizabeth aus England anreisen, um durch eine arrangierte Hochzeit seinen Besitz zu vergrößern. Elizabeth, in die sich John aus dem Stand verliebt, hat aber ganz eigene Pläne – woraufhin Gewalt und Feuer im Napa Valley einziehen. Klassisches, schön fotografiertes Hollywood-Drama in Technicolor, welches mit den Turbulenzen des Plots nicht ganz zu Rande kommt und deshalb – aber das kann nach einer guten Flasche Wein schon mal passieren – eine Spur zu wortlastig ausfällt. Dazu passt: Alexander Gysler, 2012 3erlei

9 – The Kids Are All Right (Elegante Komödie, USA, 2010)

9 – The Kids Are All Right (Elegante Komödie, USA, 2010) Regie: Lisa Cholodenko Drehbuch: Lisa Cholodenko und Stuart Bloomberg Mit Julianne Moore, Annette Bening, Mark Ruffalo Nic denkt eher, Jules fühlt eher –zusammen sind sie seit 20 Jahren verheiratet. Jede der Frauen hat durch künstliche Befruchtung ein Kind zur Welt gebracht. Als der Sohn wissen will, wer der anonyme Samenspender ist, der sein Vater ist, gerät so einiges in dem bis dahin geordneten Familienleben in Schräglage. Obwohl Wein nicht das unmittelbare Thema der Mehrecksgeschichte ist, begleitet er derart viele Szenen, dass manche Kritiker meinten, die Roten hätten im Abspann erwähnt werden müssen. Darauf wiederum reagierte die Produktionsfirma und beauftragte einen kundigen Connaisseur und Drehbuchautor, ausgesuchte Filme mit ausgesuchten Weine zu paaren (auf www.focusfeatures.com/the_kids_are_all_right unter »In Depth«). Dazu passt: Wittmann, 2011 Westhofener Spätburgunder trocken

8 – Ein gutes Jahr (Ausgewogene Komödie, USA/Groß-Britannien, 2006)

8 – Ein gutes Jahr (Ausgewogene Komödie, USA/Groß-Britannien, 2006) Regie: Ridley Scott Drehbuch: Marc Klein Mit Russell Crowe, Albert Finney, Marion Cotillard Die Story könnte so auch am Vorabend im ZDF laufen: Kaltherziger Londoner Börsenmakler erfährt, dass sein Onkel verstorben ist. Da es für dessen Weingut in der Provence kein Testament gibt, beschließt er, den Besitz schnellstmöglich zu verkaufen. Natürlich erinnert er sich in Frankreich an unbeschwerte Kindertage, natürlich verfällt er einer eigenwilligen Französin, natürlich macht ihm eine uneheliche Tochter des Onkels als Erbin Scherereien. Zu diesem korkigen Plot gesellt sich wie bei einer Cuvée, die als Verschnitt, nicht als Komposition zu verstehen ist, noch die Ästhetik einer Gauloises-Reklame und Slapstick, an dem Louis de Funès – und er allein – seine Freude hätte. Dennoch: Die Szenen in der Provence, allesamt in der Nähe des Wohnortes des Regisseurs gedreht, strahlen eine Wärme aus, die zu Herzen geht und dem Film eine eigene Note geben, der ansonsten harmlos bis schal im Abgang wäre. Dazu passt: Alois Lageder, 2010 Apollonia Pinot Noir

7 – Mondovino – Die Wahrheit liegt im Wein (Bittere Dokumentation, Argentinien/Frankreich/Italien/USA , 2004)

7 – Mondovino – Die Wahrheit liegt im Wein (Bittere Dokumentation, Argentinien/Frankreich/Italien/USA , 2004) Regie und Drehbuch: Jonathan Nositer Mit Albiera Antinori, Etienne de Montille, Bill Harlan, Margrit Mondavi Red Obsession (Bissige Dokumentation, Australien/China/Frankreich/Groß-Britannien/USA, 2013) Regie und Drehbuch: David Roach und Warwick Ross Erzählt von Russelll Crowe, mit Francis Ford Coppola, Sara Eisen, Debra Meiburg Zwei Dokumentationen mit ähnlichem Ansatz. In »Mondovino« –spannend, aber nicht entspannend und visuell wie aus der Hüfte geschossen wirkend – geht es dem Regisseur, der auch Sommelier ist, um die Auswirkungen der Globalisierung auf das lokale Weingeschäft. In Form zahlreicher Interviews wird von der Diktatur internationaler Konzerne erzählt, von ausgelaugten Böden, sich exzellent vermarktenden Weinkennern, dem Trend zu geschmacklicher Uniformität und geschicktem Marketing, welches den Menschen erzählt, was sie zu mögen haben. »Red Obsession« – ebenso spannend, ebenso wenig entspannend und optisch überaus elegant – spezialisiert sich knapp zehn Jahre später auf die Frage, wie aus etwas so Wohlmundendem wie Bordeaux-Weinen ein knallhartes Investment werden konnte. Vor allem in der zweiten Hälfte des Films geht es um die chinesische Wein-Manie, um Auktionen in Hongkong und Shanghai, auf denen alte Flaschen wie Haute Couture präsentiert werden und die erzielten Preise jeden Realitätsbezug verlieren. Zwei Filme, aus Liebe zum Wein gemacht, aber nicht ohne Sorgenfalten zu genießen. Dazu passt: Peter Jakob Kühn, 2012 Quarzit Riesling Trocken

6 – Star Trek – The Next Generation: Family (Stahlige Science-Fiction, USA, 1990, Season 4, Episode 2)

6 – Star Trek – The Next Generation: Family (Stahlige Science-Fiction, USA, 1990, Season 4, Episode 2) Regie: Les Landau Drehbuch: Ronald D. Moore Mit Patrick Stewart, Jeremy Kemp, Samantha Eggar Nachdem Captain Jean-Luc Picard den Kampf gegen das Kollektiv der Borgs – komplett emotionslose Cyborgs, die ihn kurzfristig zu einem der ihren machen konnten – gewonnen hat und das Raumschiff Enterprise ins Dock muss, nutzt er die Auszeit, um auf der Erde Urlaub zu machen. Zum ersten Mal nach 20 Jahren kehrt er ins französische La Barre zurück, wo seine Eltern ein Weingut besaßen, dass inzwischen Picards Bruder Robert führt. Zwischen den Brüdern und Roberts Frau Marie entspannen sich längere Diskussionen um den Sinn von Technik und Fortschritt, wenn die Bequemlichkeit nur dazu führt, dass überlieferte Traditionen wie Kochen und Ackerbau verschwinden. Nach einer Schlägerei im Schlamm der Weinberge sitzen die Brüder mit Rotwein in Riedel-Gläsern fröhlich angeheitert, versöhnt und singend vor dem Weingut. Dazu passt: Marc Kreydenweiss, 2012 La Fontaine Aux Enfants Pinot Blanc

5 – Berüchtigt (Reifer Thriller, USA, 1946)

5 – Berüchtigt (Reifer Thriller, USA, 1946) Regie: Alfred Hitchcock Drehbuch: Ben Hecht Mit Cary Grant, Ingrid Bergman, Claude Rains Eine amerikanische Patriotin, die zu viel trinkt. Ein Agent, der sie liebt, aber trotzdem dazu bringt, einen anderen Mann zu heiraten. Einen nämlich, der im Jahr 1946 Nazis der IG Farben nach Brasilien schmuggelt. Und darüber hinaus einen Weinkeller sein eigen nennt, in dessen Flaschen ein komisches Pulver ist: in der deutschen Fassung sind es Drogen, im Original Uran zum Bau von Atombomben. Thriller über den Gegensatz von Liebe und Pflicht mit damals extrem modernen Kamerafahrten und der am Rande verbreiteten Weisheit, dass nicht in jedem Wein auch Wahrheit ist. Dazu passt: Fritz Wieninger, 2012 Nussberg Alte Reben